Nadim Vardag
Wie funktionieren mediale Bildproduktionen, welchen Struktur- und Kompositionsprinzipien folgen sie und in welchem Abhängigkeitsverhältnis von Illusion und Wirklichkeit stehen unsere Wahrnehmungen?. Diese Fragen stellt sich Nadim Vardag (1980), wenn er wiederkehrende Muster und Grundstrukturen der Film- und Kinoproduktion analysiert und sie aus ihren Handlungszusammenhängen löst. Vardag interessiert sich für die Konstruktionen und Mechanismen der Affekterzeugung, imitiert sie in Modellen und Versuchsanordnungen, untersucht sie in Zeichnungen und installativ oder skulptural formulierten Objekten. Das Repertoire, auf dem Film basiert, die Montage aus strukturell bewährten Techniken und verbindlichen Motiven, die durch immer wiederkehrenden Einsatz gleichsam zu archetypischen Symbolen geworden sind, sind der Fundus aus dem er schöpft. Flackerndes Licht, überbelichtete Fenster, sich langsam selbst öffnende Türen sind Motive, die das Unheimliche suggerieren und beim Spannungsaufbau von Filmen eine wichtige Rolle spielen. Der Künstler schleust das Wissen um die Herstellbarkeit von Illusion und Begehren komplizenhaft in seine Versuchsanordnung ein und lässt diese Versatzstücke eine eigene Rolle spielen. Ohne Film zu zeigen, vermittelt Vardag das Gefühl von filmischem Erleben, geprägt von unerfüllter Erwartungshaltung führt er das Ereignishafte im Film vor, dessen Handlung und Ausgang offen für eigene Bezüge und Fragestellungen bleibt.
Arbeiten von Nadim Vardag waren im Künstlerhaus Stuttgart (2008), im Kunstverein Braunschweig (2006), in der Akademie der Künste, Berlin (2007) und in der Generali Foundation, Wien (2006) zu sehen.











