Jitka Hanzlová
Die tschechische Künstlerin Jitka Hanzlová (1958) thematisiert in den verschiedenen Werkgruppen ihrer Fotoarbeiten den Menschen, sein Umfeld und die Landschaft, in der er lebt. Sehr oft nähert sie sich dabei den Stätten ihrer Kindheit, ein Aspekt, den sie selbst folgendermaßen beschreibt: „Der Weg, den ich beschreite, ist ein Weg zurück, um in die Zukunft zu sehen.“ Sie widmet ihre erste umfangreiche Serie "Rokytník", entstanden zwischen 1990 und 1994, dem kleinen gleichnamigen tschechischen Dorf, welches sie über einen Zeitraum von 5 Jahren regelmäßig bereist hat. Während sie in dieser und in anderen Werkgruppen bevorzugt soziologische Aspekte mit einer dokumentarisch wirkenden Ästhetik anspricht, lässt sie in der Serie „Forest“ (2000-2005) mythische Dimensionen anklingen. Hanzlová fotografierte in den Wäldern ihrer tschechischen Heimat, nahe der Karpaten. Sie zeigt den Wald als Metapher, als konkrete Landschaft, aber auch als Ort, an dem die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit dünn wird. Ihre Fotografien, die nie im Nachhinein in irgendeiner Form bearbeitet werden, bestechen gleichermaßen durch Sachlichkeit und Einfühlsamkeit. Ihre Komposition wirken stets ausgefeilt und trotzdem zufällig, die Farbtöne sind zart und zerbrechlich, und doch verleihen sie dem Dargestellten eine greifbare Materialität, die sie uns unwirklich nah erscheinen lässt.
Jitka Hanzlová kam 1982 nach Deutschland und studierte Fotografie und Kommunikationstechnologie in Essen, 1993 erhielt sie den Dr.-Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie, 2003 den Grand Prix Award, Arles. Ihre Arbeiten präsentierte sie in zahlreichen internationalen Einzelausstellungen wie im Kunsthaus Bregenz, Billboards (2008), im Museum Folkwang Essen (2006), im Stedelijk Museum, Amsterdam (2001) oder in den Deichtorhallen Hamburg (2000).







